Tenniskarriere

Mit 14 erhielt Rafael Nadal durch Zufall erstmals die Gelegenheit, in einem Vorbereitungsspiel gegen einen großen Namen im Tennis anzutreten. Als Boris Becker, der als Gegner von Pat Cash vorgesehen war, kurzfristig ausfiel, bekam Nadal seine Chance; er schlug unerwartet den Wimbledonsieger von 1987. Nadal suchte früh den Weg auf die Profitour und war 2001 mit 15 Jahren erstmals als Profispieler gemeldet. Er absolvierte in Spanien seine ersten beiden Turniere, die für ihn aber schon in den ersten beiden Runden beendet waren.
2002 gelang ihm der erste Sieg auf der ATP Tour. In seiner Heimat besiegte er in der ersten Runde Ramón Delgado. Im selben Jahr gewann er sechs Titel bei kleineren spanischen Turnieren der Future-Serie. Im Juni erreichte er bei seinem einzigen Start auf der Junioren-Tour das Halbfinale von Wimbledon. Zum Jahresende 2002 hatte sich Nadal in der Weltrangliste um 611 Plätze auf Rang 200 verbessert.
Zum Saisonbeginn 2003 schaffte er einige Finalteilnahmen auf der ATP Challenger Tour, bevor er sich im April erstmals für ein Turnier der Masters Series qualifizieren konnte. In Monte Carlo feierte er Siege über Karol Kučera und Albert Costa, ehe er in der dritten Runde gegen den späteren Finalisten Guillermo Coria ausschied. Die Ergebnisse brachten ihm neben wichtigen Ranglistenpunkten auch die regelmäßige Teilnahme an Turnieren der ATP Tour ein. Eine Verletzung verhinderte dann seinen ersten Start bei den French Open. Bei seinem ersten Auftritt in Wimbledon erreichte er dort mit 17 Jahren als jüngster Spieler seit Boris Becker die dritte Runde, in der er Paradorn Srichaphan unterlag. Sein bestes Abschneiden auf der Tour in jenem Jahr folgte mit dem Halbfinaleinzug beim Turnier in Umag, wo er seinem Landsmann Carlos Moyá unterlag. Bereits in dieser Saison deutete sich seine besondere Stärke auf Sand an – elf seiner 14 Siege erzielte er auf diesem Belag. Am Jahresende stand Nadal auf Platz 49 der Weltrangliste.
Zum Jahresbeginn 2004 erreichte er in Auckland sein erstes Finale bei einem ATP-Turnier, das er jedoch gegen Dominik Hrbatý verlor. Bei seinem Australian-Open-Debüt zog Nadal in die dritte Runde ein, wo er Lleyton Hewitt unterlag. Beim Miami Masters konnte er zum ersten Mal den Weltranglistenersten Roger Federer besiegen und ins Achtelfinale vorstoßen. Beim Turnier von Estoril kam er bis ins Viertelfinale, wo er wegen einer Stressfraktur im Mittelfußknochen nicht antreten konnte. Die Verletzung zwang ihn zu einer dreimonatigen Pause. Im August gewann Nadal dann erstmals ein ATP-Turnier, sein Finalgegner in Sopot war José Acasuso. Bei den US Open erreichte er an der Seite von Tommy Robredo zum ersten Mal das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers im Doppel.
Im Dezember gehörte Nadal der spanischen Mannschaft an, die im Davis-Cup-Finale die USA mit 3:2 bezwang. Bei seinem Sieg über Andy Roddick war er mit 18 Jahren und sechs Monaten der zweitjüngste Spieler (nach Boris Becker 1985), der jemals ein Einzelmatch in einem Davis-Cup-Finale gewinnen konnte.
Das Jahr 2005 brachte Nadal mit elf Turniersiegen den endgültigen Durchbruch, so viele sind ihm in einer Saison seitdem nicht mehr gelungen (Stand: Dez. 2011). Den größten Erfolg feierte er bei den French Open: er war der erste Spieler seit Mats Wilander im Jahr 1982, der gleich bei seinem Debüt in Paris gewinnen konnte. Im Halbfinale besiegte er an seinem neunzehnten Geburtstag Federer mit 6:3, 4:6, 6:4 und 6:3. Mit seinem Finalsieg über Mariano Puerta war Nadal mit 19 Jahren und 2 Tagen zudem der jüngste Sieger eines Grand-Slam-Turniers seit Pete Sampras (US Open 1990). In Wimbledon musste er dagegen eine frühe Niederlage einstecken, als Nummer vier der Setzliste unterlag er in Runde zwei dem Luxemburger Gilles Müller. In Montreal gewann er dann mit einem Dreisatzsieg über Andre Agassi seinen ersten Titel auf Hartplatz. Bei den US Open musste er sich (gegen James Blake) erneut in der dritten Runde geschlagen geben. Acht seiner elf Titel gewann Nadal auf seinem Lieblingsbelag, seine Jahresbilanz auf Sand wies 50 Siege bei zwei Niederlagen auf, wobei er bis zum Jahresende 36 Matches in Folge ungeschlagen blieb. Nadal war damit der erfolgreichste Sandplatzspieler seit Thomas Muster – der Österreicher hatte es 1995 auf 65 Siege bei nur zwei Niederlagen gebracht. Nadal beendete das Jahr als erster Teenager seit Boris Becker im Jahr 1986 auf Position zwei der Weltrangliste.
2006 gewann Nadal fünf Turniere, vier davon gegen Federer: Dubai, Monte Carlo, Rom und die French Open. Seinen fünften Titel des Jahres gewann er in Barcelona gegen Tommy Robredo. Mit dem Finale in Rom blieb er auf Sand 53 Partien in Folge unbesiegt – damit stellte er den Rekord von Guillermo Vilas aus dem Jahr 1973 ein. Mit dem Titelgewinn bei den French Open hatte Nadal auf Sand 60 Siege in Folge errungen. Anschließend zeigte er sich auch auf Rasen stark verbessert. Als erster Spanier seit dem Titelgewinn seines Landsmannes Manuel Santana im Jahr 1966 erreichte er in Wimbledon das Endspiel. Das erneute Duell mit Federer gewann diesmal der Schweizer. Für Nadal war es die erste Finalniederlage nach 14 Siegen in Serie. Zum Abschluss des Jahres erreichte er noch das Halbfinale des Tennis Masters Cups und beendete das Jahr wiederum auf Platz zwei der Weltrangliste.
2007 erreichte er das Viertelfinale der Australian Open, unterlag jedoch Fernando González in drei Sätzen. Beim Masters-Turnier in Indian Wells konnte Nadal dann den ersten Turniersieg seit den French Open im Jahr zuvor feiern. Beim Masters-Turnier in Miami unterlag er im Viertelfinale Novak Đoković, den er im Finale von Indian Wells noch hatte bezwingen können. In Monte Carlo und Rom konnte er seine Titel aus dem Vorjahr verteidigen, sodass er nunmehr seit 78 Partien auf Sand unbesiegt war. Im Halbfinale von Rom stellte er den bisherigen Rekord John McEnroes von 75 Siegen in Serie auf einem Belag ein. Auch beim Turnier in Hamburg erreichte Nadal das Finale, verlor dort jedoch nach 81 Erfolgen auf Sand gegen Roger Federer. In Paris gelang ihm mit einem erneuten Sieg über Federer der Hattrick bei den French Open. Auch in Wimbledon kam es zu einer Neuauflage des Vorjahresfinales, die wiederum Federer gewann. Nach einer Niederlage im Achtelfinale der US Open gegen David Ferrer erreichte Nadal noch das Finale beim Paris Masters gegen David Nalbandian und das Halbfinale des Tennis Masters Cups gegen Roger Federer.